Warning: Declaration of My_Walker::start_el(&$output, $item, $depth, $args) should be compatible with Walker_Nav_Menu::start_el(&$output, $item, $depth = 0, $args = Array, $id = 0) in /is/htdocs/wp1175262_5361AC8N8W/www/wp-content/themes/groovy/functions.php on line 47
Reisen mit der Bahn: Essen und Arbeiten | Gute Idee - schlechte Idee - dah

Reisen mit der Bahn: Essen und Arbeiten

Döner auf dem Laptop

Sauerei im Zug: Döner auf dem Laptop

„Bitte haben Sie dafür kein Verständnis!“

Die Deutsche Bahn kann bekanntlich Vieles. Züge stehen bleiben oder stundenlange Umleitungen von Umleitungen fahren lassen. Deshalb können die Züge natürlich auch zu spät kommen und beim Aufholen der verlorenen Zeit wird dann auch gern mal ein Bahnhof ausgelassen. Als routinierter Bahnfahrer hat man gelernt, das ganze Spielchen zwar ohne Verständnis, aber mit viel Geduld zu ertragen.

Als ich diesen Blogpost angefangen habe, wollte ich mich noch über die Regelfreiheit bei der DB lustig machen und die Möglichkeiten der deutschen und englischen Sprachverbabelisierung, die dort alltäglich zu finden sind, durch den Kakao ziehen.
So hatte ein befreundeter britischer Sprachkrittler einmal über die Verhunzung seiner Muttersprache gejammert, woraufhin ich mit ihm per Bahn von Berlin aus nach Köln und dann weiter über Nürnberg nach München gefahren bin. Das hat ihn einigermaßen kuriert und er nahm fortan seine Landsleute weniger harsch in die Kritik. Aber mehr dazu und zum von der DB forcierten Bedeutungswandel von Begriffen wie beispielsweise „der Zustieg“ gibt’s in einem anderen Beitrag.

Denn davon hielt mit der überaus freundliche Servicemitarbeiter im Bordrestaurant ab. Im beinahe menschenleeren, dafür umso heißeren Fresswagon wollte er meinen Laptop ebenso wenig dulden, wie den von zwei anderen Mitreisenden. Die Begründung lautete exakt so: „Hier nicht arbeiten mit Laptop. Laptops sind im Bordrestaurant verboten. Schon seit letztem Jahr.“

Nun hoffe ich zwar, dass es weder für ihn noch für mich das letzte Jahr sein wird. Dennoch empfinde ich es als eine Loose-Loose-Situation. Zwar bleibt das vom Ambiente her recht erträgliche Bordrestaurant jetzt schön leer, aber ebenso seine Kasse, meine Kehle und mein Magen. Dabei gibt es dort nicht einmal das schlechteste Kochbeutelessen.

Eine Erklärung, weshalb das Arbeiten mit Laptop im Spachtelwagen nun untersagt ist, blieb mit der zottlige Mitarbeiter schuldig. Nachvollziehen kann ich, dass laute Gespräche (übrigens im Bordrestaurant an der Tagesordnung) und Handytelefonate nicht erwünscht sind – eben wegen der Lautstärke. Aber gegen gesellige Runden, die in Sachen Geräuschentwicklung selbst der kultigsten Eckkneipe weitaus überlegen sind, hat noch kein Serviertrupp etwas gesagt. Laptoparbeit ist ja nun bis auf das Tippgeräusch nun mal in der Regel eine recht ruhige Angelegenheit. Aber auch Tablet-Fummeln ist untersagt, obwohl es da nicht mal klickt.

Außerdem wundert mich als Bahnkunden mit mehr als 100.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr, dass es diese Regel angeblich schon so lange geben soll, denn bis dato ist sie mir persönlich noch nie begegnet und ich bin regelmäßig Gast bei „Essen auf Rädern“. Allein in den vergangenen Tagen habe ich mehrmals das Restaurant in verschiedenen Zügen als Arbeitsplatz zweckentfremdet: Am vergangenen Donnerstag sogar morgens beim Kaffee und abends beim kühlen Getränk.

Das führt mich zu zwei Schlussfolgerungen: Entweder ist die Kommunikationskette bei der DB so unglaublich lang, verzweigt und verschlungen, dass die Informationen erst ganz ganz langsam quasi über Jahre hinweg durchsickern. Oder ich bin Opfer reiner Willkür geworden, beziehungsweise positiver ausgedrückt: Der individuelle Entscheidungsfreiraum eines DB-Mitarbeiters hat dafür gesorgt, dass meine Wünsche und Bedürfnisse massiv eingeschränkt wurden. Im Sinne des Unternehmens kann eine solch rigide Verfolgung irgendwelcher, für den Kunden nicht unmittelbar ersichtlicher Regeln ja nun nicht sein.

Mein letztes Wort in dieser Sache ist deshalb ein Plädoyer: Ich wünsche mir, die DB würde einmal einheitliche Bedingungen schaffen, diese sowohl den Kunden als auch den eigenen Mitarbeitern kommunizieren und für deren Umsetzung sorgen. Im Bistro oder Restaurant darf jeder zu seinem Kaffee oder Bier Zeitunglesen, warum sollte das nicht auch am Laptop möglich sein. Leute, die dagegen stundenlang einen Tisch dort als Arbeitsplatz missbrauchen und damit auch Mitreisende stören, kann man ja trotzdem höflich darauf aufmerksam machen. Ich für meinen Teil ziehe mir künftig lieber einen saftigen Knofi-Döner und ein Bierchen im Sitzwagen am Klapptisch rein und belästige damit die anderen 90 Mitreisenden im Wagon.

Post to Twitter


Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /is/htdocs/wp1175262_5361AC8N8W/www/wp-includes/class-wp-comment-query.php on line 399