Nachrichten ins Google News Ranking drücken

Welche Nachrichten von welchem Anbieter in Google News kommt, entscheidet nach wie vor Google. Der Markt an Nachrichtenanbietern ist inzwischen durch unzählige Blogs und Onlinenachrichten-Schmieden sehr fragmentiert. Endlich trägt Google dem Rechnung und führt mit „news_keywords“ einen eigenen Meta-Tag für die Verschlagwortung von Nachrichten ein.

Warum denn das? Matt Cutts hat doch schon vor Jahren erklärt, dass die Meta Keywords fürs Ranking bei Google keine Rolle spielen. Aber Indizierung ist ja nicht gleich Ranking. Google führt also nur für seine Suche den Meta-Tag „news_keywords“ ein – bzw wieder ein, wie Stephan Walcher in einem Blog-Beitrag erklärt.

So kann man ihn in den Head-Bereich einbinden:

<meta name=“news_keywords“ content=“Google, News, Meta-Tag, Keyword, Nachricht, Suche, Verschlagwortung“ /> … und automatisch befüllen lassen.

Google gibt sich besonders freimütig: Bis zu zehn Phrasen mit Komma getrennt dürfen eingegeben werden. Im Prinzip also genauso wie bei den Meta-Angaben zu Youtube-Videos. Dabei gewichtet Google nach eigenen Angaben die Keywords nicht. Es soll also keine Rolle spielen, an welcher Stelle das Keyword erscheint. Ob das tatsächlich so ist, muss aber erst einmal ein Test belegen.

Wie groß der Effekt sein wird, lässt sich allerdings kaum vorhersagen. Kleine Medienseiten und Blogs werden sicherlich auf mit diesen Angaben nicht gegen die Dickschiffe anstinken können, aber vielleicht kommt man doch etwas näher heran, zumal die Auswahl bei Google News im deutschsprachigen Bereich zuweilen recht zufällig erscheint. Für Google ist es ein Faktor unter vielen anderen.

Update:

Man kann die Einführung des Meta Tags auch unter einem anderen Licht betrachten. Martin Mißfeldt weist in seinem tagseoblog.de zu Recht darauf hin, dass vermutlich in erster Linie politisches Kalkül dahintersteckt. „Das neue Google-News-Metatag macht aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn – zumindest wenn man es aus Sicht des Google-Algorithmus betrachtet“, so Mißfeldts Fazit.

Das nun Webseitenbetreiber Google beim Indizieren so kräftig unter die Arme greifen sollen, ist in der Tat höchst merkwürdig. Man könnte das neue Meta-Tag auch als Köder im Kampf um das Leistungsschutzrecht interpretieren.

Die deutschen Verlage vertreten die Auffassung, Google und andere Aggregatoren bedienten sich unrechtmäßig an den journalistischen Inhalten der Medien, um damit die Nutzer anzuziehen. Sie wollen für die Nutzung der Ausschnitte aus den Angeboten im Rahmen der sogenannten Snippets Kohle sehen, obwohl sie von der Nutzung durch Google und andere Multiplikatoren selbst in Form von Traffic stark profitieren. Dafür soll das Leistungsschutzrecht sorgen.

Natürlich hätten die Verlage schon jetzt die Möglichkeit, ihre Inhalte von der Indizierung auszunehmen, aber das wäre ja kontraproduktiv. Nun bietet ihnen Google extra ein eigenes Meta-Tag. Nehmen sie das Angebot an, könnte sich Google darauf berufen, dass die Verlage ja offensichtlich mit der Nutzung ihrer Inhalte einverstanden sind. Das würde eine Vergütung nach dem Leistungsschutzrecht im Prinzip ausschließen.

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